Themenwelt · Kerzen

Ritualkerzen und Manifestationskerzen selbst gestalten: Farbe, Öl, Kräuter, Absicht

Eine schlichte Stabkerze, ein paar Tropfen Öl, eine Prise Kräuter, ein Gedanke, der bleiben soll: Mehr braucht es nicht, um aus einer Kerze eine Ritualkerze zu machen. Menschen tun das seit Jahrhunderten, in Kirchen, an Küchentischen und auf Fensterbänken, und heute heißt es oft Manifestationskerze. Auf dieser Seite steht, welche Farbe wofür steht, wie du eine Kerze mit Öl einreibst, mit Kräutern belegst und ein Zeichen hineinritzt, welche Mondphase passt, was hinter dem Wort Manifestation steckt und wie du das Ganze sicher abbrennst. Mit einer Tabelle für alle Farben, sechs Ritualen zum Nachmachen und den Kerzen, die wir im Laden dafür führen.

Von Brenda Dahmen, Spirit of Gaia · Stand: September 2026 · Lesezeit etwa 20 Minuten

Fünf Stabkerzen in Rot, Grün, Gold, Schwarz und Creme auf einem Holztisch, eine brennt, daneben Rosenblüten, ein Ölfläschchen, Rosenquarz und ein Zettel

Was ist eine Ritualkerze?

Eine Ritualkerze ist eine Kerze, die für eine bestimmte Absicht vorbereitet und abgebrannt wird: Die Farbe passt zum Anliegen, die Kerze wird mit Öl eingerieben, mit Kräutern oder Harz belegt, oft mit einem Zeichen versehen, und beim Anzünden wird die Absicht ausgesprochen. Eine Manifestationskerze ist dasselbe unter neuem Namen, meist fertig gegossen mit Duft und einem Stein im Wachs. Selbst gestalten kannst du sie aus einer durchgefärbten Stabkerze, ein paar Tropfen ätherischem Öl und dem, was in deiner Küche oder in unserer Kräuterschublade liegt.

Wo fängst du an?

Kerzen im Ritual: von Lichtmess bis zur Manifestationskerze

Bevor es Strom gab, war jede Kerze kostbar, und was kostbar ist, wird nicht einfach angezündet. Man weihte sie. An Lichtmess, dem 2. Februar, werden in katholischen Kirchen bis heute die Kerzen für das ganze Jahr gesegnet, und wer früher eine geweihte Kerze mit nach Hause nahm, zündete sie an, wenn es ernst wurde: bei Gewitter, bei Krankheit, am Sterbebett. Die schwarze Wetterkerze gegen den Sturm, die Osterkerze, das ewige Licht, die Votivkerze, die man für einen Menschen anzündet, den man nicht erreichen kann: Das ist die eine Wurzel dessen, was heute Ritualkerze heißt. Die andere liegt in den Häusern. Die Schabbatkerzen, die am Freitagabend gezündet werden, die Butterlampen in den Tempeln des Himalaya, die Lichter zu Diwali, der Adventskranz, den Johann Hinrich Wichern 1839 für die Kinder seines Hamburger Rettungshauses erfand: überall dasselbe Bild, ein kleines Feuer, das für etwas steht, das größer ist als es selbst.

Die Kerze, die man für ein Anliegen vorbereitet, hat ihre eigene Geschichte. In der Volksmagie Europas gab es sie immer, meist still und ohne Buch. Laut wurde sie im 20. Jahrhundert in Nordamerika: In der Hoodoo-Tradition der Südstaaten wurden Kerzen mit Öl eingerieben, mit Kräutern belegt und in bestimmten Farben abgebrannt, und 1942 erschien mit dem „Master Book of Candle Burning“ das erste Buch, das diese Praxis für jedermann aufschrieb. Wer heute eine Kerze „dresst“, benutzt ein Wort und eine Technik aus dieser afroamerikanischen Tradition. Aus derselben Zeit stammen die Sieben-Tage-Kerzen im Glas. Die Farbtabellen, die heute in jedem Ratgeber stehen, kommen vor allem aus dem Wicca und der neuheidnischen Bewegung ab den 1950er Jahren; Scott Cunningham hat sie in den achtziger Jahren so aufgeschrieben, wie sie bis heute weitergegeben werden. Und die Manifestationskerze ist die jüngste Schicht: Seit „The Secret“ 2006 und den Ritualvideos der letzten Jahre heißt das alte Kerzengebet Manifestation, mit Duft, Stein und schöner Verpackung. Der Kern ist derselbe geblieben: eine Absicht, ein Licht, ein Moment, in dem man nichts anderes tut.

Die Zuschreibungen der Farben geben wir so weiter, wie sie überliefert sind, von Menschen, die seit Generationen mit Kerzen arbeiten. Was eine Kerze für dich tut, zeigt sich am Abend, an dem du sie anzündest.

Skizze: sieben Stabkerzen in Weiß, Rot, Rosa, Orange, Grün, Blau und Schwarz nebeneinander, darüber kleine Zeichen wie Sonne, Herz, Blatt, Mond und Flamme
Sieben Farben, sieben Absichten. Weiß kann jede andere ersetzen.

Welche Farbe wofür steht: die Tabelle

Die Zuordnungen aus der Kerzenmagie, so wie sie in der Überlieferung weitergegeben werden. Die Quellen widersprechen sich hier und da, wir nennen die Fassung, die am weitesten verbreitet ist. Wer sich nicht entscheiden kann, nimmt Weiß: Es gilt als die Farbe, die jede andere ersetzt. Alle Farben führen wir als durchgefärbte Stabkerzen, damit die Farbe bis zum letzten Rest bleibt.

FarbeSteht in der Überlieferung fürPasst zuBei uns
WeißReinheit, Klarheit, Schutz, Neuanfangjeder Absicht, wenn die passende Farbe fehltStabkerze Weiß
Cremeweißsanfter Neuanfang, Friedenleisen Anfängen, Versöhnung mit sich selbstStabkerze Cremeweiß
RotKraft, Leidenschaft, Mut, Liebeallem, was Energie braucht; Liebe, die gelebt wirdStabkerze Rot
Dunkelrottiefe, beständige Liebe, WurzelkraftBindung, Treue, dem, was bleiben sollStabkerze Dunkelrot
WinterrotWärme, Fest, ZusammenkunftRauhnächten, Familie, WeihnachtenStabkerze Winterrot
RosaVersöhnung, Milde, SelbstannahmeVergebung, Freundschaft, ZärtlichkeitStabkerze Rosa
PinkSelbstliebe, Freude, Selbstausdruckdem Blick auf sich selbstStabkerze Pink
OrangeLebensfreude, Antrieb, Erfolgfestgefahrenen Vorhaben, KreativitätStabkerze Orange
GelbKlarheit, Lernen, KommunikationPrüfungen, Gesprächen, wachem GeistStabkerze Gelb
SenfgelbOptimismus, Sonne, Fülle im Kleinengrauen TagenStabkerze Senfgelb
GrünFülle, Wachstum, Hoffnung, Geldallem, was gedeihen soll; Garten, Arbeit, VorhabenStabkerze Grün
DunkelgrünBeständigkeit, Wohlstand, die Kraft alter Bäumelangem AtemStabkerze Dunkelgrün
GraugrünReinigung, Klärung, Loslassen; die Farbe des RäucherkrautsHausreinigung, NeustartStabkerze Graugrün
TürkisAusgleich zwischen Herz und Kopf, Schutz auf ReisenEntscheidungen, AufbruchStabkerze Türkis
BlaugrünWeite, Intuition, FließenTraumarbeit, Meer, AbstandStabkerze Blaugrün
HellblauGelassenheit, klare Worte, innerer FriedenRuhe, Heilung des Gemüts, GesprächenStabkerze Hellblau
BlauWeisheit, Schutz, RuheKlarheit im Denken, Schlaf, Schutz des HausesStabkerze Blau
LilaIntuition, spirituelle Öffnung, RuheMeditation, Träumen, ÜbergängenStabkerze Lila
RotbraunErdung, Verbindung zum BodenHaus und Hof, Stabilität, TierenStabkerze Rotbraun
GraubraunStabilität, BodenhaftungAlltag, Arbeit, GeduldStabkerze Graubraun
SchwarzSchutz, Abschluss, Loslassen, Bannen; nimmt auf, was gehen sollAbschied, Grenzen, dem Ende einer SacheStabkerze Schwarz
GoldFülle, Erfolg, die Sonne, das MännlicheZielen, Dank, FeiernStabkerze Gold
SilberMond, Intuition, das WeiblicheMondritualen, Träumen, AhnenStabkerze Silber
Schwarz-Rot (Reverse-Kerze)Umkehr: Schwarz nimmt auf, Rot bringt die Kraft zurückBelastendes zurückgeben, Neuanfang nach StreitBlutkerze

Zuordnungen nach Scott Cunningham, Raymond Buckland und der deutschen Ratgeberliteratur zur Kerzenmagie; Überlieferung.

Die Farbe ist der erste Satz. Alles andere, Öl, Kraut, Zeichen, Absicht, ist die Erklärung dazu.

Eine Ritualkerze gestalten: Schritt für Schritt

So machen wir es im Laden vor, so geht es zu Hause. Du brauchst eine durchgefärbte Stabkerze, ein ätherisches Öl oder ein Trägeröl wie Jojoba, eine Prise Kräuter oder Blüten, einen Zahnstocher oder eine Nadel, einen standfesten Halter, eine feuerfeste Schale mit Sand und eine Viertelstunde Ruhe. Wer mag, legt einen Trommelstein und einen Zettel dazu.

Zwei Hände reiben eine dunkelgrüne Stabkerze mit Öl aus einem kleinen Braunglasfläschchen ein
Von der Mitte nach außen oder von außen zur Mitte, je nachdem, ob etwas gehen oder kommen soll.
  1. Formuliere die Absicht, bevor du irgendetwas anfasst. Ein Satz, in der Gegenwart, ohne „nicht“: „Ich gehe diesen Weg mit Ruhe.“ Schreib ihn auf einen kleinen Zettel, er kommt später unter die Kerze.
  2. Wähle die Farbe nach der Tabelle oben. Wenn keine passt oder du unsicher bist, nimm Weiß. Für das Loslassen nimm Schwarz, für alles, was wachsen soll, Grün, für Liebe Rot oder Rosa.
  3. Reinige die Kerze. Ein trockenes Tuch reicht; manche halten sie kurz in den Rauch von Weißem Salbei oder Weihrauch, damit sie „leer“ ist, bevor etwas Neues hineinkommt.
  4. Ritze ein Zeichen in das Wachs, mit Zahnstocher oder Nadel: ein Wort, einen Namen, ein Datum, eine Spirale, ein Herz, einen Buchstaben. Nicht zu tief, sonst bricht die Kerze beim Abbrennen aus. Klassisch ritzt man von oben nach unten, wenn etwas kommen soll, und von unten nach oben, wenn etwas gehen soll.
  5. Reibe die Kerze mit Öl ein. Ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl in einen Teelöffel Jojoba oder Mandelöl, dann mit den Fingern über das Wachs streichen: von der Mitte nach außen, wenn etwas gehen soll, von den Enden zur Mitte, wenn etwas kommen soll. Den Docht und die obersten zwei Zentimeter lässt du frei, dort brennt es sonst zu heiß.
  6. Wälze die noch ölige Kerze in fein zerriebenen Kräutern, Blüten oder Harzpulver, oder drücke einzelne Blätter an. Weniger ist mehr, und nur im unteren Drittel: Was übersteht, brennt beim Abbrennen als eigene kleine Flamme mit. Deshalb eine dünne, festgedrückte Schicht am Fuß der Kerze, oben bleibt sie nackt, und danach die Hände waschen, ätherische Öle gehören nicht lange auf die Haut.
  7. Stell die Kerze in einen standfesten Halter auf eine feuerfeste Schale mit Sand, den Zettel darunter, den Stein daneben. Entzünde sie, sprich die Absicht laut oder still, und bleib einen Moment dabei.
  8. Lass sie brennen, solange du im Raum bist, und lösch sie, wenn du gehst, am besten mit einem Löschhütchen oder indem du den Docht kurz ins flüssige Wachs tauchst, nicht durch Blasen. Am nächsten Abend zündest du sie wieder an, bis sie zu Ende ist. Der Wachsrest kommt in den Restmüll oder in die Schmelzschale für die nächste Kerze; in den Abfluss gehört er nie.
Eine geölte goldene Stabkerze wird in einer Holzschale durch zerriebene Kräuter, Lavendel und Rosenblätter gerollt
Eine dünne Schicht, fest angedrückt, nichts im oberen Drittel: So brennt die Kerze ruhig.

Öl, Kraut und Stein nach Absicht

Was in der Überlieferung zu welcher Absicht gehört, aus der Räucher- und Steinkunde zusammengetragen. Nimm aus jeder Spalte eines, nicht alles auf einmal. Weißer Salbei ist die Zeremonienpflanze der indigenen Völker Kaliforniens und im Wildbestand knapp; geh sparsam damit um, ein Bündel hält lange, und Beifuß, Wacholder oder Weihrauch tun es für die Reinigung genauso.

AbsichtFarbeÄtherisches ÖlKraut, Blüte oder HarzStein dazu
Neuanfang, KlarheitWeiß, GelbZitrone, Rosmarin Salbei, Weihrauch Bergkristall, Citrin
Liebe, SelbstliebeRot, Rosa, PinkRose absolue, Ylang Ylang Rosenblüten, Jasmin, Damiana Rosenquarz
Fülle, Erfolg, WachstumGrün, GoldOrange süß, Patchouli, Zimt Tonkabohne, Benzoe, Johanniskraut Aventurin, Citrin, Pyrit
Schutz, GrenzenSchwarz, Blau, KieferngrünWacholderbeere, Elemi Wacholder, Beifuß, Drachenblut Schwarzer Turmalin, Obsidian
Loslassen, AbschlussSchwarz, Lila, GraugrünSalbei, Zeder Weißer Salbei, Myrrhe, Eichenrinde Obsidian, Amethyst
Ruhe, Schlaf, IntuitionLila, Hellblau, SilberLavendel, Zirbelkiefer Lavendelblüten, Baldrianwurzel, Klatschmohn Amethyst, Mondstein
Mut, TatkraftOrange, RotBlutorange, Thymian Thymian, Galgant Karneol, Tigerauge
Dank, Ahnen, ErinnerungWeiß, Silber, DunkelrotWeihrauch, Sandelholz Holunderbeeren, Myrrhe, Mistel Bergkristall, Selenit
Haus und Hof, ErdungRotbraun, DunkelgrünVetiver, Fichte Kiefernharz, Zedernholz Roter Jaspis, Shungit

Zuschreibungen nach der Räucher- und Steinliteratur (Susanne Fischer-Rizzi, Michael Gienger, Scott Cunningham); Überlieferung.

Mondphase, Richtung, Wochentag: die Feinheiten

Wer tiefer einsteigen will, richtet die Kerze nach dem Mond. Die Regel ist alt und einfach: Zunehmender Mond für alles, was kommen und wachsen soll, Neuanfang, Liebe, Fülle; Vollmond für Dank, Fülle und das Vollenden einer Sache; abnehmender Mond für alles, was gehen soll, Loslassen, Abschied, Grenzen; Neumond für die Stille davor, für Wünsche, die noch keinen Namen haben. Wer den Mond nicht abwarten mag, nimmt den Abend, an dem er Zeit hat. Die Tradition ist eine Hilfe, keine Vorschrift.

Dazu kommt die Richtung, in der du Öl und Kraut aufträgst, und die Richtung des Ritzens: zur Kerze hin, wenn etwas kommen soll, von ihr weg, wenn etwas gehen soll. Und die Wochentage, die in der alten Planetenlehre je einer Kraft gehören: Sonntag der Sonne und dem Erfolg, Montag dem Mond und den Träumen, Dienstag dem Mars und dem Mut, Mittwoch dem Merkur und den Gesprächen, Donnerstag dem Jupiter und der Fülle, Freitag der Venus und der Liebe, Samstag dem Saturn und dem Abschluss. Das ist die Ordnung, nach der schon die Kräuterbücher des Mittelalters ihre Pflanzen sortiert haben.

Noch etwas zur Dauer: Eine Stabkerze von 18 Zentimetern brennt rund acht Stunden. Manche lassen sie in einem Zug abbrennen, das ist der klassische Weg, verlangt aber einen ganzen Abend Aufsicht. Die meisten teilen sie auf drei, sieben oder neun Abende auf und zünden sie jedes Mal mit demselben Satz an. Beides ist in Ordnung; nur unbeaufsichtigt brennt sie nie.

Skizze: ein Bogen aus Mondphasen von Neumond bis Vollmond, darunter drei unterschiedlich weit abgebrannte Kerzen, eine Schale mit Kräutern und ein Stein
Zunehmend für das, was kommen soll. Abnehmend für das, was gehen darf.

Was Manifestation heißt

Manifestieren heißt, etwas sichtbar zu machen, das erst ein Gedanke war. Die Kerze selbst tut dabei wenig. Sie ist die Bühne. Wer eine Absicht in einen Satz fasst, ihn aufschreibt, eine Farbe dafür wählt, eine Viertelstunde lang nichts anderes tut und den Satz am nächsten Abend wiederholt, hat etwas getan, das die Überlieferung seit jeher kennt und das auch die Psychologie beschreibt: Er hat ein Vorhaben in ein Bild, eine Handlung und eine Gewohnheit verwandelt. Rituale ordnen, sie beruhigen, sie machen den Anfang leichter. Das ist der Teil, den jeder nach ein paar Abenden selbst beschreiben kann.

Eine Regel steht in jeder Überlieferung: Eine Kerze richtet sich nie gegen andere Menschen. Sie ist ein Versprechen an dich selbst, mit Licht besiegelt. Formuliere es deshalb so, dass du es halten kannst: in der Gegenwart, positiv, mit dir als Handelnder. „Ich schließe dieses Kapitel“ statt „Ich will nicht mehr traurig sein“. „Ich beginne jeden Morgen mit zehn Minuten Stille“ statt „Ich manifestiere Ruhe“. Und wenn die Kerze zu Ende ist, tust du den ersten Schritt, den der Satz verlangt. Dann hat sie funktioniert.

Sechs Rituale zum Nachmachen

Je Anlass eine Farbe, ein Öl, ein Kraut, ein Stein, eine Mondphase und ein Satz. Nimm sie als Vorlage und ändere, was nicht zu dir passt.

Neuanfang: die weiße oder gelbe Kerze
Eine brennende rote Stabkerze mit anhaftenden Kräuterflocken steht in einem Tonhalter auf Sand in einer Keramikschale, daneben Rosenquarz, Rosmarin und ein gefalteter Zettel

Wann: zunehmender Mond oder Neumond, ein Sonntagmorgen. Farbe: Weiß oder Gelb. Öl: ein Tropfen Zitrone oder Rosmarin in Jojoba. Kraut: eine Prise Salbei oder Weihrauchpulver. Stein: Bergkristall. Zeichen: das Datum des Anfangs. Satz: „Ich beginne heute, und ich beginne klein.“ Vorher den Raum kurz mit [Weißem Salbei](/products/weisser-salbei-bundel-klein) räuchern, das Fenster öffnen, dann die Kerze anzünden.

Loslassen und Abschluss: die schwarze Kerze

Wann: abnehmender Mond, ein Samstagabend. Farbe: Schwarz, oder die Reverse-Kerze in Schwarz-Rot. Öl: Salbei oder Zeder. Kraut: Myrrhe oder Eichenrinde, von der Mitte nach außen aufgetragen. Stein: Obsidian. Zeichen: ritze von unten nach oben, was gehen soll, ein Wort genügt. Satz: „Ich lasse das hier zurück und nehme mit, was ich gelernt habe.“ Den Zettel mit dem, was gehen soll, am Ende in der Räucherschale verbrennen und die Asche draußen dem Wind geben.

Schutz des Hauses: die blaue oder schwarze Kerze

Wann: beim Einzug, nach einem Streit, zu Beginn der Rauhnächte. Farbe: Blau oder Schwarz, dazu eine weiße daneben. Öl: Wacholderbeere. Kraut: Wacholder und Beifuß, eine Prise Drachenblut. Stein: Schwarzer Turmalin an der Tür. Zeichen: ein Kreis oder das Zeichen deines Hauses. Satz: „Dieses Haus ist unser Haus; was hierhergehört, ist willkommen, was nicht, bleibt draußen.“ Die Kerze an dem Abend anzünden, an dem auch das Haus geräuchert wird, und sie an der Haustür brennen lassen, solange jemand im Flur ist.

Liebe und Selbstliebe: die rosa oder rote Kerze

Wann: zunehmender Mond, ein Freitagabend. Farbe: Rosa für die Zärtlichkeit mit sich selbst, Rot für die Liebe, die man lebt. Öl: ein Hauch Rose absolue oder Ylang Ylang. Kraut: Rosenblüten, von den Enden zur Mitte angedrückt. Stein: Rosenquarz. Zeichen: ein Herz oder dein eigener Name. Satz: „Ich bin es wert, und ich gehe freundlich mit mir um.“ Diese Kerze richtet sich immer auf dich selbst; für einen anderen Menschen zündet man sie nur mit dessen Wissen an, als Wunsch, nicht als Griff.

Fülle und Erfolg: die grüne oder goldene Kerze

Wann: zunehmender Mond bis Vollmond, ein Donnerstag. Farbe: Grün für das Wachsen, Gold für das Ziel. Öl: Orange süß oder Patchouli. Kraut: eine halbe Tonkabohne gerieben, Benzoe, Johanniskraut. Stein: Aventurin oder Citrin. Zeichen: die Zahl oder das Ziel, ganz konkret. Satz: „Ich tue jeden Tag eine Sache dafür, und ich sehe, was schon da ist.“ Neben die Kerze legt man traditionell eine Münze; sie bleibt liegen, bis das Ziel erreicht ist.

Dank und Ahnen: die weiße oder silberne Kerze

Wann: Vollmond, Allerseelen, die elfte Rauhnacht, ein Jahrestag. Farbe: Weiß oder Silber, für einen bestimmten Menschen auch seine Lieblingsfarbe. Öl: Weihrauch oder Sandelholz. Kraut: Myrrhe, Holunderbeeren, ein Mistelblatt. Stein: Bergkristall oder Selenit. Zeichen: ein Name, ein Datum. Satz: „Ich danke dir, und ich trage weiter, was du mir gegeben hast.“ Dazu ein Foto, eine Tasse Tee für den Menschen, der nicht mehr da ist, und Zeit. Diese Kerze brennt man am ehesten in einem Zug ab.

Lieber fertig: Manifestations-, Zeremonie- und Chakrakerzen

Nicht jeder mag basteln, und nicht jede Absicht braucht einen Abend Vorbereitung. Deshalb führen wir Kerzen, bei denen die Arbeit schon getan ist. Die Manifestationskerzen von Song of India sind handgegossen aus Soja- und Palmwachs, tragen einen Duft und einen echten Stein im Wachs, der beim Abbrennen langsam nach unten sinkt und danach als Talisman bleibt: Rosenquarz in „Love Spell“ mit Rose und Pfingstrose, Amethyst in „Purifying Moon“ mit Palo Santo und Lavendel, Roter Jaspis in „Good Fortune“ mit Patchouli und Orange, Obsidian in „Eye of Providence“ mit Salbei und Weißem Tee, Bergkristall in „Boho Dreams“ mit Myrrhe und Sandelholz. Es gibt sie in zwei Größen, die große brennt rund fünfzig Stunden.

Die Zeremoniekerzen bestehen aus pflanzlichem Wachs aus kontrolliert biologischem Anbau, mit Holzdocht, Kräutern und Stein: „Vollmond“ mit Rose, Grapefruit und Amethyst zum Loslassen, „Neumond“ mit Veilchen, Lilie und Hämatit für den Anfang, „Aurareinigung“ mit Salbei, „Herzöffner“ mit Kakao, „Sonnenlicht“ mit Orange und Karneol, „Gute Nacht“ mit Lavendel. Dazu die sieben Chakrakerzen in den Farben der Energiezentren und die Engelkerze mit reinen ätherischen Ölen. Alle lassen sich genauso mit einem Satz anzünden wie eine selbst gestaltete Stabkerze; wer mag, ritzt auch in eine fertige Kerze ein Zeichen.

Durchgefärbt oder getaucht, Stearin oder Bienenwachs: was die Kerze ausmacht

Worauf du beim Kauf achtest, wenn eine Kerze mehr sein soll als Dekoration.

MerkmalWas es heißtWarum es für Ritualkerzen zählt
DurchgefärbtDie Farbe sitzt im ganzen Wachs, außen wie innenDie Kerze bleibt bis zum letzten Rest in ihrer Farbe; bei getauchten Kerzen ist nur die Hülle farbig, innen sind sie weiß
Getaucht oder überzogenEin farbiger Mantel um einen weißen KernFür Tischkerzen in Ordnung; im Ritual brennt die Absicht nach einer Stunde in Weiß weiter
Handgetaucht (Gold, Silber)Schicht für Schicht in Metallicwachs getauchtDie einzige Art, wie Gold und Silber echt wirken; die Oberfläche ist leicht unregelmäßig, das gehört dazu
Stabkerze 18 cm, 22 mmRund acht Stunden BrenndauerPasst in jeden Halter und lässt sich auf mehrere Abende aufteilen
Stearin und ParaffinDie üblichen Kerzenwachse; Stearin ist pflanzlich oder tierisch, Paraffin aus ErdölBeide brennen sauber, wenn der Docht kurz ist; wer rein pflanzlich will, achtet auf Stearin, Raps- oder Sojawachs
BienenwachsNaturwachs mit eigenem HonigduftDie klassische Kirchen- und Ritualkerze; teurer, brennt langsamer und wärmer im Ton
RAL-GütezeichenPrüfzeichen für Rußarmut und DochtEin Hinweis auf saubere Herstellung, für Rituale kein Muss
Sicherheitshinweise auf der VerpackungVorgeschrieben nach der europäischen KerzennormSie gelten auch für Ritualkerzen: nie unbeaufsichtigt, Abstand, feuerfeste Unterlage

Sechs Kerzen im Steckbrief

Was wir für Rituale im Laden führen, kurz beschrieben.

Stabkerze durchgefärbt

Form
Stabkerze, 18 Zentimeter, 22 Millimeter
Farben
Weiß, Cremeweiß, Rot, Dunkelrot, Winterrot, Rosa, Pink, Orange, Gelb, Senfgelb, Grün, Dunkelgrün, Graugrün, Türkis, Blaugrün, Hellblau, Blau, Lila, Rotbraun, Graubraun, Schwarz
Brenndauer
rund acht Stunden
Besonderheit
durchgefärbt, ohne Duft, ohne Aufdruck: der Rohling für die eigene Ritualkerze
Passt zu
jeder Absicht, siehe Farbtabelle
Im Shop: Stabkerze Rot, durchgefärbt – Kraft & Liebe | 18 cm · €1,20

Alle Farben in der Kollektion Stabkerzen.

Blutkerze, Reverse-Kerze Schwarz-Rot

Form
Stabkerze, 20 Zentimeter, 20 Millimeter
Farbe
außen Schwarz, innen Rot, beide Schichten durchgefärbt
Besonderheit
beim Abbrennen kommt das Rot Stück für Stück zum Vorschein
Überlieferung
die Umkehrkerze: Schwarz nimmt auf, was gehen soll, Rot bringt die Kraft zurück
Passt zu
Loslassen nach Streit, Belastendes zurückgeben, Neuanfang
Im Shop: Blutkerze, durchgefärbt – Reverse-Kerze Schwarz-Rot | 20 cm · €1,80

Manifestationskerze mit Stein

Form
Kerze im Glas, handgegossen, Soja- und Palmwachs
Drin
ein echter Trommelstein im Wachs, der beim Abbrennen absinkt
Duft
je Sorte, etwa Rose und Pfingstrose, Palo Santo und Lavendel, Patchouli und Orange
Brenndauer
rund zwanzig oder fünfzig Stunden, je Größe
Passt zu
Liebe, Klarheit, Glück, Schutz, Ruhe, je nach Sorte
Im Shop: Manifestationskerze "Love Spell" mit Rosenquarz | ca. 50std | Rose & Pfingstrose · €14,95

Sechs Sorten in der Kollektion Manifestationskerzen.

Zeremoniekerze mit Kräutern und Stein

Form
Kerze im Glas, pflanzliches Wachs
Wachs
pflanzlich aus kontrolliert biologischem Anbau, Holzdocht
Drin
Kräuter, Blüten und ein Stein, je Sorte
Sorten
Vollmond, Neumond, Aurareinigung, Herzöffner, Sonnenlicht, Gute Nacht
Passt zu
Mondritualen, Abendritualen, dem Anfang und dem Ende einer Phase
Im Shop: Zeremonie Kerze Vollmond - Rose, Grapefruit, Amethyst · €18,95

Alles für die erste Ritualkerze

Vier Dinge, mit denen im Laden die meisten anfangen, mit je einem Satz, warum genau diese.

Was Kunden bei uns im Laden fragen

Durchgefärbte Stabkerzen in Rot, Grün, Gold, Schwarz, Creme, Blau und Lila in Holzkisten auf dem Ladentisch, daneben Rosenblüten, Öl und Trommelsteine

„Muss die Kerze in einem Zug abbrennen?“ Nein. Das ist der klassische Weg, aber acht Stunden Aufsicht hat kaum jemand. Auf drei oder sieben Abende verteilt, jedes Mal mit demselben Satz angezündet, wirkt es für die meisten sogar stärker, weil das Vorhaben eine Woche lang präsent bleibt.

„Wie viel Kraut darf drauf?“ Weniger, als man denkt. Eine dünne Schicht, fest angedrückt, nur im unteren Teil. Alles, was absteht, brennt beim Abbrennen als eigene kleine Flamme. Wer es üppig mag, legt die Kräuter neben die Kerze in die Schale statt auf die Kerze.

„Kann ich eine Kerze für jemand anderen anzünden?“ Als Wunsch für ihn, ja: eine Kerze für die Prüfung der Tochter, für den kranken Freund, für die Großmutter. Als Griff nach ihm, nein; das ist eine Frage des Anstands, und so steht es in jeder Überlieferung.

Unser Laden in Neuss: Öffnungszeiten und Anfahrt →

Sicher abbrennen

Häufige Fragen zu Ritualkerzen

Welche Farbe hat eine Manifestationskerze?

Die, die zur Absicht passt: Grün für Fülle, Rot oder Rosa für Liebe, Schwarz fürs Loslassen, Weiß für alles. Die Tabelle oben zeigt alle Zuordnungen. Fertige Manifestationskerzen tragen ihre Farbe meist im Glas und im Duft.

Was bedeutet es, eine Kerze zu „dressen“?

Sie mit Öl einzureiben und mit Kräutern zu belegen, bevor sie angezündet wird. Das Wort kommt aus der amerikanischen Kerzenmagie. Öl von der Mitte nach außen, wenn etwas gehen soll, von außen zur Mitte, wenn etwas kommen soll.

Welches Öl nimmt man für Ritualkerzen?

Ein bis zwei Tropfen ätherisches Öl in einem Teelöffel Jojoba- oder Mandelöl. Lavendel passt fast immer, Rose zur Liebe, Orange zur Fülle, Wacholder zum Schutz, Salbei zum Loslassen. Nie pures ätherisches Öl auf die Kerze, es ist entzündlich.

Kann man Kräuter direkt auf die Kerze geben?

Ja, fein zerrieben und dünn angedrückt auf die geölte Kerze, nur im unteren Drittel. Grobe Blätter und alles, was absteht, brennen beim Abbrennen mit; dann lieber neben die Kerze in die Schale legen.

Was ritzt man in eine Ritualkerze?

Ein Wort, einen Namen, ein Datum, ein Zeichen wie Spirale, Herz oder Sonne. Mit Zahnstocher oder Nadel, nicht tief. Von oben nach unten, wenn etwas kommen soll, von unten nach oben, wenn etwas gehen soll.

Wann zündet man eine Ritualkerze an, bei welchem Mond?

Zunehmender Mond für alles, was kommen soll, abnehmender Mond für alles, was gehen soll, Vollmond für Dank und Fülle, Neumond für den stillen Anfang. Wer den Mond nicht abwarten will, nimmt den Abend, an dem er Ruhe hat.

Wie lange brennt eine Stabkerze?

Unsere Stabkerzen von 18 Zentimetern brennen rund acht Stunden. Die meisten teilen das auf mehrere Abende auf und löschen die Kerze, wenn sie den Raum verlassen.

Wie löscht man eine Ritualkerze richtig?

Mit einem Löschhütchen oder indem man den Docht kurz ins flüssige Wachs taucht und wieder aufrichtet. Nicht ausblasen, sagt die Tradition, und es rußt auch weniger.

Was macht man mit dem Wachsrest?

Wegwerfen, im Garten vergraben oder in die Räucherschale legen, je nachdem, was einem näher ist. Nie in den Abfluss, das Wachs verstopft ihn.

Was ist eine Reverse-Kerze?

Eine zweifarbige Kerze, außen Schwarz, innen Rot. Beim Abbrennen kommt das Rot zum Vorschein. In der Überlieferung steht sie für Umkehr: Schwarz nimmt auf, was gehen soll, Rot bringt die Kraft zurück. Bei uns heißt sie Blutkerze.

Sind Manifestationskerzen und Ritualkerzen dasselbe?

Im Kern ja. Manifestationskerze ist der jüngere Name für eine Kerze mit Absicht, meist fertig gegossen mit Duft und Stein. Ritualkerze ist der ältere Begriff und meint oft die selbst vorbereitete Stabkerze.

Kann eine Kerze mit Kräutern gefährlich werden?

Ja, wenn zu viel drauf ist. Kräuter und Öl brennen, und eine dick belegte Kerze kann eine große Flamme werfen; in einem Test der amerikanischen Kerzenhersteller entzündete sich das Pflanzenmaterial bei zwei von drei belegten Kerzen schon beim ersten Abbrand. Deshalb: dünne Schicht, nur im unteren Drittel, feuerfeste Schale mit Sand, nie unbeaufsichtigt. Die Sicherheitsregeln weiter unten gelten für jede Kerze.

Weitere Ratgeber aus unserem Laden

Quellen

  • Scott Cunningham, Encyclopedia of Magical Herbs und Cunningham's Book of Shadows; Raymond Buckland, Practical Candleburning Rituals; Henri Gamache, Master Book of Candle Burning (1942)
  • Wikipedia, Artikel Lichtmess, Votivkerze, Adventskranz, Hoodoo, Wicca, Kerze, abgerufen September 2026
  • Europäische Kerzennorm EN 15494 (Sicherheitshinweise) und RAL-Gütezeichen Kerzen; Feuerwehr-Hinweise zum Umgang mit Kerzen
  • Susanne Fischer-Rizzi, Botschaft an den Himmel; Michael Gienger, Lexikon der Heilsteine
  • Beratungswissen aus dem Laden Spirit of Gaia, Neuss