Räucherset Jahreskreisfeste - Jahreskreisfeste Räucherung
Alle acht Mischungen mit Tongefäß, Sand, Kohle, Zange und einem Büchlein zu den Festen.
€39,95
Zwei Sonnenwenden, zwei Tagundnachtgleichen und vier Feste dazwischen: Das ist der Jahreskreis, wie er heute von vielen Menschen begangen wird, von Samhain Ende Oktober über die Wintersonnenwende, Imbolc, Ostara, Beltane und die Sommersonnenwende bis zu Lughnasadh und der Herbst-Tagundnachtgleiche. Manche dieser Feste stehen schon in irischen Handschriften des Mittelalters, andere haben ihren Namen erst vor fünfzig Jahren bekommen, und fast alle leben bei uns in einem Brauch weiter, den jeder kennt: im Martinsfeuer, im Maibaum, im Johannisfeuer, im Erntedank. Auf dieser Seite stehen die Termine mit Uhrzeit, die Herkunft jedes Festes, die Bräuche am Niederrhein und im deutschen Sprachraum und das Räucherwerk, das zu jedem Fest überliefert ist.
Die acht Jahreskreisfeste sind vier Sonnenfeste, nämlich die beiden Sonnenwenden und die beiden Tagundnachtgleichen, und vier Feste, die jeweils in der Mitte dazwischen liegen: Samhain (Abend des 31. Oktober), Imbolc (1. Februar), Beltane (Abend des 30. April) und Lughnasadh (1. August). Die vier Feste dazwischen sind aus dem alten Irland überliefert, die Sonnenfeste wurden in ganz Europa begangen. Zu einem Rad mit acht Speichen wurden sie in den 1950er Jahren in England zusammengefügt. Zu jedem Fest gehört überliefertes Räucherwerk; die passenden Jahreskreis-Räucherungen findest du bei uns im Laden und online.
Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen 2026 bis 2028, dazu die vier festen Tage.
Dunkle JahreszeitDie beiden Feste der dunklen Jahreszeit, mit Brauch und Räucherwerk.
RäuchernDie Tabelle mit Kräutern, Harzen, Kerzenfarbe und der passenden Mischung.
Der Jahreskreis teilt das Jahr in acht etwa gleich lange Abschnitte von sechs bis sieben Wochen. Vier Punkte gibt die Sonne vor. Zur Wintersonnenwende um den 21. Dezember ist der Tag am kürzesten, zur Sommersonnenwende um den 21. Juni am längsten, und zu den beiden Tagundnachtgleichen um den 20. März und den 23. September sind Tag und Nacht etwa gleich lang. Diese vier Termine lassen sich auf die Minute berechnen und verschieben sich von Jahr zu Jahr um einige Stunden. Sie heißen Sonnenfeste.
Dazwischen liegen vier Feste mit festem Kalendertag: Samhain am Abend des 31. Oktober, Imbolc am 1. Februar, Beltane am Abend des 30. April und Lughnasadh am 1. August. Man nennt sie Mondfeste oder Feuerfeste. Mondfeste, weil sie früher wohl nach dem Mond bestimmt wurden und manche sie bis heute auf den nächsten Vollmond oder Neumond legen. Feuerfeste, weil zu jedem von ihnen ein Feuer gehörte. Im alten Irland begann mit Samhain das Winterhalbjahr und mit Beltane das Sommerhalbjahr, und ein Fest begann immer am Vorabend, weil der Tag mit der Nacht anfing. Deshalb fallen zwei der vier Feste bei uns auf einen Abend: Halloween und die Walpurgisnacht.
Die Sonnenfeste mit Datum und Uhrzeit in deutscher Zeit, die vier Feste dazwischen mit ihrem festen Tag. Gefeiert wird am Vorabend oder am Tag selbst.
| Fest | Auch genannt | 2026 | 2027 | 2028 |
|---|---|---|---|---|
| Imbolc | Lichtmess, Brigid | 1. bis 2. Februar | 1. bis 2. Februar | 1. bis 2. Februar |
| Ostara | Frühlings-Tagundnachtgleiche, Frühlingsanfang | 20. März, 15:46 Uhr | 20. März, 21:24 Uhr | 20. März, 03:17 Uhr |
| Beltane | Walpurgisnacht, Maifest | 30. April bis 1. Mai | 30. April bis 1. Mai | 30. April bis 1. Mai |
| Litha | Sommersonnenwende, Mittsommer, Johanni | 21. Juni, 10:24 Uhr | 21. Juni, 16:10 Uhr | 20. Juni, 22:02 Uhr |
| Lughnasadh | Lammas, Schnitterfest | 1. August | 1. August | 1. August |
| Mabon | Herbst-Tagundnachtgleiche, Herbstanfang | 23. September, 02:05 Uhr | 23. September, 08:01 Uhr | 22. September, 13:45 Uhr |
| Samhain | Halloween, Ahnenfest | 31. Oktober bis 1. November | 31. Oktober bis 1. November | 31. Oktober bis 1. November |
| Yule | Wintersonnenwende, Jul, Mittwinter | 21. Dezember, 21:50 Uhr | 22. Dezember, 03:42 Uhr | 21. Dezember, 09:19 Uhr |
Astronomische Termine nach timeanddate.de für Düsseldorf; andere Quellen runden um eine Minute anders. Stand September 2026.
Die vier Feste zwischen den Sonnenpunkten sind irisch. Sie stehen in Handschriften des Mittelalters: Die Erzählung Tochmarc Emire, das Werben um Emer, nennt Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh als die vier Zeiten des Jahres, und das Glossar des Bischofs Cormac von Cashel, der 908 starb, erklärt Beltane als das Fest der zwei Feuer, zwischen denen man das Vieh hindurchtrieb. Ein Bronzekalender aus dem gallischen Coligny, etwa aus dem zweiten Jahrhundert, nennt drei Nächte im Monat Samonios, die viele Forscher mit Samhain verbinden. Von den Sonnenwenden erzählen dagegen vor allem die Quellen des Nordens und Mitteleuropas: das Julfest der Sagas, die Mütternacht beim angelsächsischen Mönch Beda, das Johannisfeuer, das in ganz Europa zur Sommersonnenwende brannte.
In dieselben Zeiten fallen die Feste der Kirche: Allerheiligen und Allerseelen zu Samhain, Weihnachten zur Wintersonnenwende, Lichtmess zu Imbolc, Ostern zum Frühling, die Walpurgisnacht zu Beltane, Johanni zur Sommersonnenwende, die Kräuterweihe zum Schnitterfest, Michaelis und Erntedank zum Herbst. Deshalb kennt jeder die Jahreskreisfeste, auch wer das Wort nie gehört hat.
Das Rad mit acht Speichen ist jünger. In den 1950er Jahren feierte der Kreis um den Engländer Gerald Gardner, aus dem das moderne Hexentum Wicca hervorging, die vier irischen Feste; sein Freund Ross Nichols, der später einen Druidenorden gründete, feierte die vier Sonnenpunkte. Aus beidem wurde ein Kalender. Die Namen Ostara, Litha und Mabon gab ihm 1974 der Amerikaner Aidan Kelly, der für die drei namenlosen Sonnenfeste in alten Texten nach Namen suchte: Litha fand er bei Beda, Ostara bei Jacob Grimm, der den Namen 1835 aus Bedas Göttin Eostre erschlossen hatte, Mabon in der walisischen Sage. Über die Zeitschrift Green Egg gingen die Namen um die Welt. Wer heute den Jahreskreis begeht, verbindet also sehr alte Feste mit einer jungen Ordnung, so wie jede Generation es vor ihm getan hat.
Die Feste sind alt, das Rad mit acht Speichen ist aus den 1950er Jahren, und drei der Namen sind von 1974.
Wann: am Abend des 31. Oktober bis zum 1. November. Aussprache: „Sau-in“. Mit Samhain endete im alten Irland der Sommer, das Vieh kam von den Weiden, die Ernte war eingebracht, und das Winterhalbjahr begann. Die irischen Sagen erzählen, dass in dieser Nacht die Hügel der Anderswelt offen stehen und die Toten ihre Familien besuchen; man stellte ihnen Speisen hin und ließ ein Licht brennen. Papst Gregor IV. dehnte im Jahr 835 das Fest Allerheiligen am 1. November auf die ganze Westkirche aus, und Abt Odilo von Cluny führte 998 für seine Klöster Allerseelen am Tag darauf ein. Aus dem Vorabend, All Hallows’ Eve, wurde Halloween, das irische Auswanderer nach Amerika brachten und das von dort zurückkam.
Bei uns am Niederrhein gehört in diese Zeit das Martinsfeuer. Die Laternenzüge, wie sie heute durch jede Straße gehen, entstanden im Rheinland um die Wende zum 20. Jahrhundert. Auch das Grablicht zu Allerseelen und der Gang über den Friedhof sind Samhain-Bräuche im christlichen Gewand. Heute gilt Samhain vielen als das Fest der Ahnen und als Jahresanfang des Jahreskreises.
So kannst du es begehen: eine Kerze ins Fenster stellen, ein Foto der Menschen dazulegen, die fehlen, und etwas räuchern. Überliefert sind Beifuß, Wacholder, Holunder und Myrrhe; die Mischung Samhain verbindet Holunder, Ringelblume und Fichtenharz. Kerzenfarben: Schwarz und Orange.
Wann: 2026 am 21. Dezember um 21:50 Uhr, 2027 am 22. Dezember um 03:42 Uhr. Die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres; in Neuss liegen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dann keine acht Stunden. Von diesem Tag an werden die Tage wieder länger, und das ist der Grund, warum fast jede Kultur der Nordhalbkugel hier ein Lichtfest feiert. Der angelsächsische Mönch Beda schrieb um 725, dass seine Vorfahren die Nacht zum 25. Dezember Modraniht nannten, die Nacht der Mütter. Im Norden hieß das Fest Jul. Die Sagas erzählen von Julbier und Julfrieden, und König Hakon der Gute legte es im 10. Jahrhundert mit dem christlichen Weihnachtsfest zusammen. Vieles, was wir mit Weihnachten verbinden, stammt aus dieser Zeit: das Immergrün im Haus, der Julklotz im Herd, die Lichter.
Mit der Wintersonnenwende beginnen für viele die stillen Tage, die in die Rauhnächte führen. Wer beides begeht, räuchert zur Sonnenwende das Haus zum ersten Mal und beginnt in der Christnacht mit den zwölf Nächten.
So kannst du es begehen: in der längsten Nacht alle Lichter löschen, eine einzige Kerze anzünden und das Jahr Revue passieren lassen; am Morgen die Sonne begrüßen. Überliefertes Räucherwerk: Fichtenharz, Wacholder, Mistel, Weihrauch; die Mischung Wintersonnenwende enthält Fichtennadeln, Mistel, Quendel und Kiefernharz. Kerzenfarben: Rot, Grün und Gold.
Wann: am 1. Februar, mit dem Vorabend und dem 2. Februar. Aussprache: „Im-molg“. Imbolc ist das Fest des ersten Lichts. Die Tage sind spürbar länger geworden, die Schafe bekommen ihre Lämmer, und unter dem Schnee stehen die Schneeglöckchen. In Irland gehört der Tag der heiligen Brigid, hinter der eine ältere Göttin gleichen Namens steht, die Hüterin des Herdfeuers, der Dichtung und der Schmiede. Man flocht Brigidskreuze aus Binsen und hängte sie über die Tür, und man ließ ein Tuch über Nacht draußen, damit Brigid es im Vorbeigehen segnet. Die Kirche feiert am 2. Februar Mariä Lichtmess. An diesem Tag werden die Kerzen für das ganze Jahr geweiht, und bis dahin blieb in vielen Häusern der Weihnachtsbaum stehen. Für das Gesinde war Lichtmess der Tag, an dem das Arbeitsjahr endete und der Lohn gezahlt wurde.
So kannst du es begehen: das Haus gründlich lüften und putzen, in jedes Fenster eine weiße Kerze stellen und das Räucherwerk des Winters zu Ende räuchern. Überliefert sind Birke, Wacholder, Fichtenharz und Engelwurz; die Mischung Imbolc enthält Birke, Schafgarbe und Lindenblüten. Kerzenfarbe: Weiß, etwa die weiße Stabkerze.
Wann: 2026 am 20. März um 15:46 Uhr, 2027 am 20. März um 21:24 Uhr. Tag und Nacht sind etwa gleich lang, und von nun an gewinnt der Tag. Der Name Ostara geht auf Beda zurück, der um 725 schrieb, die Angelsachsen hätten den April Eosturmonath genannt, nach einer Göttin Eostre, der in diesem Monat Feste gefeiert wurden. Jacob Grimm hat 1835 aus diesem Satz und dem deutschen Wort Ostern eine Frühlingsgöttin Ostara erschlossen. In den Jahreskreis kam der Name 1974. Die Bräuche der Zeit sind die, die jeder kennt: das Ei als Zeichen des Anfangs, der Hase, das Osterfeuer, das Osterwasser, das am Morgen schweigend aus der Quelle geholt wird, der erste Gang über die Felder.
So kannst du es begehen: etwas säen, und sei es Kresse auf der Fensterbank; Eier färben; das Fenster öffnen und den Raum mit einem hellen, blumigen Duft räuchern. Überliefert sind Veilchen, Königskerze, Birke und Lavendel; die Mischung Ostara enthält Veilchen, Königskerze und Minze. Kerzenfarben: Gelb und helles Grün, etwa die gelbe Stabkerze.
Wann: am Abend des 30. April bis zum 1. Mai. Aussprache: „Bel-täin“. Mit Beltane begann im alten Irland der Sommer. Das Glossar des Bischofs Cormac beschreibt um 900, wie Druiden zwei Feuer entzündeten und das Vieh zwischen ihnen hindurchtrieben, bevor es auf die Sommerweiden ging. Bei uns heißt dieselbe Nacht Walpurgisnacht, nach der heiligen Walburga, einer angelsächsischen Äbtissin des 8. Jahrhunderts, deren Gedenktag auf den 1. Mai fiel. Dass in dieser Nacht die Hexen zum Brocken fliegen, erzählt man sich im Harz seit dem 16. Jahrhundert, und Goethe hat es im Faust berühmt gemacht.
Im Rheinland ist der Mai bis heute ein lebendiger Brauch. In der Nacht zum 1. Mai stellen junge Männer ihrer Liebsten eine mit bunten Bändern geschmückte Birke ans Haus, den Maibaum, und in Schaltjahren sind die Frauen an der Reihe. Auf den Dorfplätzen steht der große Maibaum, es wird in den Mai getanzt, und vielerorts gibt es eine Maikönigin. Beltane ist das Fest der Lebensfreude, der Liebe und der Fruchtbarkeit von Feld und Garten.
So kannst du es begehen: in den Mai tanzen, einen Birkenzweig mit Bändern an die Tür hängen, am Morgen des 1. Mai das Gesicht im Tau waschen, wie es der alte Brauch will. Überliefertes Räucherwerk: Rosenblüten, Weißdorn, Waldmeister, Holunderblüte; die Mischung Beltane enthält Apfel, Klatschmohn und Lorbeer. Kerzenfarben: Rot und Grün.
Wann: 2026 am 21. Juni um 10:24 Uhr, 2027 am 21. Juni um 16:10 Uhr. Der längste Tag des Jahres: In Neuss steht die Sonne über sechzehn Stunden am Himmel. Das Wort Litha stammt von Beda, bei dem die Monate Juni und Juli so heißen; als Festname ist es von 1974. Alt ist das Feuer. In ganz Europa brannten zur Sommersonnenwende Feuer auf den Höhen, und die Kirche legte den Geburtstag Johannes des Täufers auf den 24. Juni, sodass aus dem Sonnwendfeuer das Johannisfeuer wurde. Man sprang zu zweit über die Glut, rollte brennende Räder die Hänge hinab und band am Johannistag den Kräuterstrauß: Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe, Arnika, Königskerze und andere, sieben oder neun Kräuter je nach Gegend. Dem Johanniskraut, das um diese Tage blüht, gab der Tag seinen Namen. In Schweden ist Mittsommer bis heute eines der größten Feste des Jahres.
So kannst du es begehen: den Abend draußen verbringen, bis es dunkel ist; einen Strauß aus sieben Kräutern binden und zum Trocknen aufhängen, denn er ist das Räucherwerk für den Winter. Überliefert sind Johanniskraut, Beifuß, Eisenkraut und Lavendel; die Mischung Sommersonnenwende enthält Johanniskraut, Eisenkraut und Beifuß. Kerzenfarben: Gold und Orange.
Wann: am 1. August, mit dem Vorabend. Aussprache: „Lu-na-sa“. Lughnasadh ist das Fest des ersten Korns. Die irische Überlieferung erzählt, der Gott Lugh habe es zu Ehren seiner Ziehmutter Tailtiu gestiftet, die das Land für den Ackerbau gerodet hatte; in Tailtiu, dem heutigen Teltown, wurden dazu Wettkämpfe, Märkte und Versammlungen gehalten. In England heißt der Tag Lammas, von hlaf-mæsse, der Brotmesse, zu der das erste Brot aus dem neuen Korn in die Kirche gebracht wurde. Im deutschen Sprachraum gehört in diese Wochen die Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt, dem 15. August. Am Niederrhein heißt der Strauß Krautwisch. Er wird aus sieben bis neunundneunzig Kräutern gebunden, in der Kirche gesegnet und das Jahr über im Haus aufbewahrt, und aus ihm nahm man in den Rauhnächten die Kräuter zum Räuchern.
So kannst du es begehen: ein Brot backen und es teilen; die Kräuter des Sommers sammeln und trocknen; aufschreiben, was in diesem Jahr gewachsen ist. Überliefertes Räucherwerk: Mariengras, Engelwurz, Kamille, Schafgarbe, Getreide; die Mischung Lughnasadh enthält Kornblume, Mariengras und Angelikawurzel. Kerzenfarben: Goldgelb und Orange.
Wann: 2026 am 23. September um 02:05 Uhr, 2027 am 23. September um 08:01 Uhr. Wieder sind Tag und Nacht etwa gleich lang, und von nun an gewinnt die Nacht. Das Fest der zweiten Ernte, von Obst, Nüssen, Wein und Kartoffeln, hat seinen heutigen Namen seit 1974; Aidan Kelly nahm ihn von Mabon, dem Sohn der Modron aus der walisischen Sage, der als Kind geraubt und aus der Tiefe befreit wird. Älter sind die Feste, die bei uns in diese Zeit fallen. Am 29. September ist Michaelis, der Tag des Erzengels Michael, seit dem Mittelalter ein Termin für Märkte, Pacht und Gesindewechsel. Erntedank feiern evangelische wie katholische Gemeinden am ersten Sonntag im Oktober, dem Sonntag nach Michaelis, mit Erntekrone, geschmücktem Altar und Früchten, die danach verschenkt werden.
So kannst du es begehen: den Tisch mit Äpfeln, Nüssen, Trauben und Ähren decken und Menschen einladen; Bilanz ziehen, was das Jahr gebracht hat; etwas von der Ernte weitergeben. Überliefertes Räucherwerk: Salbei, Eichenrinde, Thymian, Kiefernharz; die Mischung Herbst-Äquinox enthält Salbei, Beifuß, Rosmarin und Kamille. Kerzenfarben: Dunkelrot und Rotbraun.
Zu jedem Fest gehört Räucherwerk aus dem, was die Jahreszeit gibt: Harze und Nadeln im Winter, Blüten im Frühling, Kräuter im Sommer, Rinden und Früchte im Herbst. Die acht Mischungen von Berk gibt es einzeln und zusammen im Räucherset Jahreskreisfeste. Wie das Räuchern geht, mit Kohle oder Sieb, steht in unserer Anleitung zum Räuchern.
| Fest | Thema | Überliefertes Räucherwerk | Kerzenfarbe | Die Mischung dazu |
|---|---|---|---|---|
| Samhain | Ahnen, Abschied, Übergang in den Winter | Beifuß, Wacholder, Holunder, Myrrhe | Schwarz, Orange | Samhain |
| Yule, Wintersonnenwende | Rückkehr des Lichts | Fichtenharz, Mistel, Wacholder, Weihrauch | Rot, Grün, Gold | Wintersonnenwende |
| Imbolc, Lichtmess | erstes Licht, Reinigung, Neubeginn | Birke, Engelwurz, Fichtenharz | Weiß | Imbolc |
| Ostara, Frühlingsanfang | Gleichgewicht, Aufbruch, Saat | Königskerze, Lavendel, Veilchen | Gelb, Grün | Ostara |
| Beltane, Walpurgis | Lebensfreude, Liebe, Beginn des Sommers | Rosenblüten, Klatschmohn, Weißdorn | Rot, Grün | Beltane |
| Litha, Sommersonnenwende | Fülle, Sonnenkraft, Dank | Johanniskraut, Beifuß, Eisenkraut | Gold, Orange | Sommersonnenwende |
| Lughnasadh, Schnitterfest | erste Ernte, Dank, Teilen | Angelikawurzel, Kamille, Mariengras | Goldgelb, Orange | Lughnasadh |
| Mabon, Herbstanfang | zweite Ernte, Ausgleich, Bilanz | Salbei, Eichenrinde, Thymian | Dunkelrot, Rotbraun | Herbst-Äquinox |
Zuordnungen nach der Räucherliteratur (Susanne Fischer-Rizzi, Marlis Bader) und den Rezepturen von Berk; Überlieferung.
Wer am Niederrhein aufgewachsen ist, hat den Jahreskreis gefeiert, lange bevor er das Wort kannte. Um den 11. November ziehen die Kinder mit Laternen hinter dem heiligen Martin her, am Ende brennt das Martinsfeuer, und es gibt Weckmänner. In der Nacht zum 1. Mai werden Maibäume gesetzt, und am Morgen zählt man in den Straßen die geschmückten Birken. Zu Johanni brannten auf den Höfen Feuer, zu Mariä Himmelfahrt werden die Krautwische geweiht, im Herbst stehen die Erntekronen in den Kirchen, und zwischen Weihnachten und Dreikönig wurde das Haus mit Weihrauch und den Kräutern aus dem Krautwisch geräuchert. In Neuss fällt das Schützenfest Ende August in die Wochen des Schnitterfestes, wenn die Ernte eingebracht ist und die Stadt feiert.
Diese Bräuche sind christlich geformt, und sie liegen an den alten Punkten des Jahres. Wer den Jahreskreis begehen möchte, kann bei den Festen anfangen, die ohnehin da sind, und ihnen einen Abend mit Kerze und Räucherschale geben.
Für die vier Sonnenfeste gibt es nur eine Antwort: Sie fallen auf den Augenblick, in dem die Sonne ihren höchsten, tiefsten oder mittleren Stand erreicht, und dieser Augenblick lässt sich auf die Minute berechnen. Weil ein Sonnenjahr knapp sechs Stunden länger ist als 365 Tage, rückt er jedes Jahr um diese sechs Stunden weiter und springt im Schaltjahr zurück. Deshalb liegt die Wintersonnenwende mal am 21. und mal am 22. Dezember.
Für die vier Feste dazwischen gibt es drei Rechenarten. Am weitesten verbreitet ist der feste Kalendertag: 1. Februar, 1. Mai, 1. August, 1. November, jeweils mit dem Vorabend. Wer es genau nimmt, feiert die astronomische Mitte zwischen Sonnenwende und Tagundnachtgleiche; sie liegt einige Tage später, um den 4. Februar, 5. Mai, 7. August und 7. November. Und wer dem Mond folgt, legt Samhain auf den Neumond und die drei anderen Feste auf den Vollmond, der dem festen Tag am nächsten liegt. Alle drei Arten sind überliefert. Für ein Fest zu Hause ist der Abend richtig, an dem du Zeit hast.
Die Rauhnächte schließen sich an die Wintersonnenwende an. Es sind die zwölf Nächte von Heiligabend bis Dreikönig, in denen geräuchert, georakelt und geruht wird. Manche Gegenden beginnen sie schon mit der Thomasnacht, der Nacht zum 21. Dezember, und dann fallen Sonnenwende und erste Rauhnacht zusammen. Wer den Jahreskreis begeht, schließt mit den Rauhnächten das alte Jahr ab und beginnt mit Imbolc das neue Licht. Alles zu Herkunft, Zählung und den Bräuchen der zwölf Nächte steht in unserem Ratgeber zu den Rauhnächten.
Vier Dinge, mit denen im Laden die meisten anfangen. Zu jedem ein Satz, warum.
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„Muss ich alle acht Feste feiern?“ Nein. Die meisten fangen mit einem oder zwei an, oft mit der Wintersonnenwende und Samhain, weil die dunkle Jahreszeit von selbst nach Kerze und Räucherschale ruft. Die anderen kommen mit den Jahren dazu oder auch nicht.
„Ich bin katholisch. Passt das zusammen?“ Schau in den Kalender: Allerheiligen, Weihnachten, Lichtmess, Ostern, Johanni, die Kräuterweihe und Erntedank liegen an denselben Punkten des Jahres. Viele unserer Kundinnen und Kunden feiern beides und räuchern zur Kräuterweihe genauso wie zur Sonnenwende.
„Welche Mischung nehme ich, wenn ich nur eine möchte?“ Die für das Fest, das als Nächstes kommt. Wer sich durch das Jahr räuchern möchte, nimmt das Set mit allen acht; jedes Glas reicht für mehrere Abende.
Samhain (Abend des 31. Oktober), Yule zur Wintersonnenwende (21. oder 22. Dezember), Imbolc (1. Februar), Ostara zur Frühlings-Tagundnachtgleiche (um den 20. März), Beltane (Abend des 30. April), Litha zur Sommersonnenwende (um den 21. Juni), Lughnasadh (1. August) und Mabon zur Herbst-Tagundnachtgleiche (um den 23. September).
Am Montag, dem 21. Dezember 2026, um 21:50 Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Es ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres. 2027 fällt sie auf den 22. Dezember um 03:42 Uhr.
Am Abend des 31. Oktober bis zum 1. November. Wer nach dem Mond feiert, nimmt den Neumond, der diesem Datum am nächsten liegt; die astronomische Mitte zwischen Herbstanfang und Wintersonnenwende liegt um den 7. November.
Beides liegt auf demselben Abend. Samhain ist das irische Fest zum Beginn des Winterhalbjahrs. Halloween ist der Vorabend von Allerheiligen, All Hallows’ Eve, den irische Auswanderer nach Amerika brachten und der von dort mit Kürbis und Verkleidung zurückkam.
Vier von ihnen: Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh stehen in irischen Texten des Mittelalters. Die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen wurden in ganz Europa begangen, im Norden etwa als Jul. Zu einem Kreis aus acht Festen wurden sie in den 1950er Jahren in England verbunden.
Der Amerikaner Aidan Kelly gab sie 1974 den drei Sonnenfesten, die bis dahin keinen eigenen Namen im Jahreskreis hatten. Litha fand er beim angelsächsischen Mönch Beda, der um 725 alte Monatsnamen aufschrieb, Ostara bei Jacob Grimm, der den Namen 1835 aus Bedas Göttin Eostre erschlossen hatte, Mabon in der walisischen Sage von Mabon, dem Sohn der Modron.
Die vier Sonnenfeste richten sich nach dem Stand der Sonne und lassen sich auf die Minute berechnen. Die vier Mondfeste, auch Feuerfeste genannt, liegen dazwischen auf einem festen Kalendertag und wurden früher wohl nach dem Mond bestimmt.
Beide liegen am Anfang des Februars. Imbolc ist das irische Fest des ersten Lichts und der heiligen Brigid. Mariä Lichtmess am 2. Februar ist das christliche Fest, an dem die Kerzen für das Jahr geweiht werden.
Nach der heiligen Walburga, einer angelsächsischen Äbtissin des 8. Jahrhunderts, deren Gedenktag früher auf den 1. Mai fiel. Das irische Fest derselben Nacht heißt Beltane; im Rheinland werden in dieser Nacht die Maibäume gesetzt.
Überliefert sind Fichtenharz, Wacholder, Mistel und Weihrauch, also Harze und Nadeln aus dem Winterwald und das Harz der Kirchen. Die Mischung Wintersonnenwende von Berk enthält Fichtennadeln, Mistel, Quendel und Kiefernharz.
Samhain Schwarz und Orange, Yule Rot, Grün und Gold, Imbolc Weiß, Ostara Gelb und helles Grün, Beltane Rot und Grün, Litha Gold und Orange, Lughnasadh Goldgelb und Orange, Mabon Dunkelrot und Rotbraun. Die Tabelle weiter oben zeigt alle Zuordnungen.
Sie schließen sich an die Wintersonnenwende an: zwölf Nächte von Heiligabend bis Dreikönig, in denen geräuchert und geruht wird. Ein eigenes Fest im Kreis der acht sind sie nicht. Alles dazu steht in unserem Ratgeber zu den Rauhnächten.
Mit drei Dingen: einer Kerze in der Farbe des Festes, einer Prise Räucherwerk der Jahreszeit und einer halben Stunde Zeit. Dazu etwas, das zum Fest gehört, ein Brot zu Lughnasadh, ein Kräuterstrauß zu Johanni, ein Licht im Fenster zu Samhain.
Samhain etwa „Sau-in“, Imbolc „Im-molg“, Lughnasadh „Lu-na-sa“, Beltane wird meist englisch „Bel-täin“ gesprochen. Die Namen kommen aus dem Irischen, das viele Laute anders schreibt, als man sie spricht.