Wintersonnenwende 2026: Datum, Uhrzeit, alte Bräuche und Rituale
Wintersonnenwende ist 2026 am Montag, dem 21. Dezember, genau um 21:50 Uhr. Kein Tag im Jahr ist kürzer und keine Nacht länger, und von da an wächst das Licht wieder. Die alten Rituale zur Wintersonnenwende sind Lichtbräuche: eine Kerze in der dunkelsten Nacht, Immergrün im Haus, Räucherwerk aus dem Winterwald.
Im Norden hieß die Zeit Jul, bei uns beginnt mit ihr der Weg in die Rauhnächte. Was zur Sonnenwende und zu den anderen Festen des Jahres gehört, steht in unserem Ratgeber zu den Jahreskreisfesten. Für jedes der acht Feste gibt es eine eigene Räuchermischung in der Kollektion Jahreskreis Feste.
Wann genau ist die Wintersonnenwende 2026?
Sie fällt auf Montag, den 21. Dezember 2026, 21:50 Uhr Mitteleuropäischer Zeit. In diesem Augenblick steht die Sonne am südlichsten Punkt ihrer Bahn. Ein Jahr später ist es der 22. Dezember 2027, 03:42 Uhr.
Wie kurz der Tag dann ist, merkt man am Niederrhein gut. In Düsseldorf, gleich neben unserem Laden in Neuss, geht die Sonne am 21. Dezember 2026 um 08:34 Uhr auf und schon um 16:27 Uhr wieder unter, der Tag dauert 7 Stunden und 52 Minuten.
Warum das Datum wandert, hat mit dem Kalender zu tun. Ein Sonnenjahr dauert knapp sechs Stunden mehr als 365 Tage, um diesen Rest verschiebt sich der Zeitpunkt jedes Jahr nach hinten, bis ihn das Schaltjahr wieder einfängt. Darum fällt die Wintersonnenwende in manchen Jahren auf den 21., in anderen auf den 22. Dezember.
Was bedeutet die Wintersonnenwende?
Um die Sonnenwende scheint die Sonne für drei Tage stillzustehen, dann kehrt sie um und die Tage wachsen wieder. Deshalb feiern viele Kulturen im Norden der Erde in diesen Tagen ein Fest des Lichts.
Um 725 hielt der angelsächsische Gelehrte Beda fest, wie man in seiner Heimat vor der Bekehrung Dezember und Januar nannte, Giuli, nach dem Tag, an dem sich die Sonne wendet. Das Wort ist mit Jul verwandt. Die Nacht auf den 25. Dezember hieß bei seinen heidnischen Vorfahren Modraniht, die Nacht der Mütter, und sie hielten die ganze Nacht über ihre Zeremonien.
Der 25. Dezember ist in Rom seit dem 4. Jahrhundert als Weihnachtstag bezeugt, und nach allem, was man weiß, rückte Jul im Norden auf Weihnachten zu. Vieles, was wir heute mit Weihnachten verbinden, stammt aus den Bräuchen um die Sonnenwende, die grünen Zweige im Haus, der große Holzklotz im Herd, den man Julklotz nannte, und die vielen Lichter.
Was ist Jul, und wie hat man es gefeiert?
Jul ist das Mittwinterfest des Nordens. Das Wort steht schon in einem gotischen Kalender aus der Spätantike. Nach dem isländischen Geschichtsschreiber Snorri war Mittwinter eines der drei großen Opferfeste des Jahres, gefeiert für das Wachstum.
Um das Jahr 950 verlegte König Hakon der Gute das Jul auf Weihnachten, und auf jedem Hof musste Julbier gebraut werden. Wann genau Jul vorher lag, lässt sich nicht mehr sagen, die Quellen sprechen von der Mittwinternacht. Zum Anstoßen sagte man, so ist es überliefert, auf ein gutes Jahr und auf Frieden.
In Norwegen und Schweden begann mit der Tomasmesse am 21. Dezember der Julfriede. Bis dahin musste das Bier fertig sein, und von da an sollten Arbeit und Streit bis nach Dreikönig ruhen. Die finnische Stadt Turku ruft den Weihnachtsfrieden bis heute aus, jedes Jahr am 24. Dezember vom Balkon eines alten Hauses am Alten Großen Markt, ein Brauch aus dem Mittelalter. Auf den Höfen trug man Stroh in die Stube, und für die Vögel hing eine Garbe Hafer am Giebel.
Gut eine Woche vorher, in der Nacht auf den 13. Dezember, fliegt nach norwegischer Überlieferung Lussi über die Höfe. Im alten Kalender lag die Sonnenwende auf diesem Tag, und die Nacht galt als die längste des Jahres. Der Luciazug mit der Lichterkrone ist die helle Form dieses Brauchs aus dem 20. Jahrhundert.
Den walisischen Namen Alban Arthan für die Wintersonnenwende prägte der Dichter Iolo Morganwg im 18. und 19. Jahrhundert, und das Jahresrad mit acht Festen, in dem die Sonnenwende Yule heißt, wurde in den 1950er Jahren in England zusammengestellt.
Was hat die Thomasnacht mit der Wintersonnenwende zu tun?
Die Thomasnacht ist die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, benannt nach dem Thomastag am 21. Dezember, und sie liegt direkt an der Sonnenwende. Manche zählen sie als erste Rauhnacht.
Bräuche gab es viele. In der niederländischen Provinz Friesland läuten ab dem Thomastag bis heute zwölf Tage lang die Glocken, in der Lüneburger Heide zogen die Kinder beim Thomsen singend von Haus zu Haus, und in Kärnten zählten junge Burschen Zaunstecken, um zu erfahren, wie die künftige Liebste aussieht.
Wintersonnenwende-Rituale: Wie begehst du den Abend?
Das älteste Ritual ist ein Licht in der längsten Nacht. Du brauchst dafür eine Kerze, ein paar Zweige Immergrün und, wenn du räuchern möchtest, Schale, Sand, Kohle und Harz. Ohne Kohle legst du das Harz auf ein Sieb über dem Teelicht, das raucht wenig und passt auch in eine kleine Wohnung. Für den Abend reicht eine gute Stunde, und so kann er aussehen:
- Räum am Nachmittag das Haus auf und leg Schale, Sand, Kohle und Räucherwerk bereit, so steht es in unserem Plan für die Thomasnacht.
- Hol Immergrün ins Haus, ein paar Zweige Tanne oder Fichte, wer mag mit Mistel. Die Farben der Wintersonnenwende sind Rot, Grün und Gold.
- Wenn es dunkel ist, lösch alle Lichter und zünde eine einzige Kerze an. Lass das Jahr in Ruhe an dir vorbeiziehen.
- Räuchere mit dem, was der Winterwald hergibt: Fichtenharz, Wacholder, Mistel oder Weihrauch. Wer das Haus zur Sonnenwende zum ersten Mal ausräuchert, geht dabei Raum für Raum vor, so wie es im Ratgeber Wohnung ausräuchern beschrieben ist.
- Wer das 13-Wünsche-Ritual machen möchte, schreibt heute die dreizehn Zettel.
- Stell ein Licht ins Fenster, solange du wach bist. Im Norden wie bei uns sollte es denen den Weg zeigen, die in diesen Nächten unterwegs sind.
- Am nächsten Morgen begrüßt du die Sonne, die jetzt jeden Tag ein wenig länger bleibt.
Überliefert ist für die Wintersonnenwende Räucherwerk aus Harzen und Nadeln, dazu das Harz der Kirchen. Unsere Räucherung Wintersonnenwende von Berk verbindet Fichtennadeln, Mistel, Quendel und Kiefernharz.
Die Sonnenwende fällt 2026 auf einen Montag, drei Tage vor Heiligabend. Wenn du online bestellst, bestell dein Räucherwerk am besten bis Mitte Dezember, damit du es für beide Abende im Haus hast; in der Woche vor Weihnachten sind Pakete oft länger unterwegs.
Kerze, Kohle und Zweige vertragen sich nur mit Abstand. Stell Kerze und Räucherschale auf eine hitzebeständige Unterlage, weit weg von Vorhängen und trockenem Grün, lass die Flamme nie allein und lüfte nach dem Räuchern. Haustiere bleiben in einem anderen Raum, und die Kohle erstickst du mit Sand, nie mit Wasser.
Wie geht es nach der Wintersonnenwende weiter?
Nach der Sonnenwende wird es ruhig, und die Tage bis Weihnachten führen in die Rauhnächte. Unser Ratgeber zählt sie 2026/27 ab der Nacht vom 24. zum 25. Dezember 2026 bis Dreikönig am 6. Januar 2027. Wer beides begeht, räuchert das Haus an der Sonnenwende ein erstes Mal und startet an Heiligabend mit den zwölf Nächten. Im Dezember gibt es in unserem Laden in Neuss Räucherabende und Kurse zu den Rauhnächten.
Wie die Nächte gezählt werden und was zu jeder gehört, erzählt unser Ratgeber zu den Rauhnächten, und wer mit allem auf einmal anfangen möchte, nimmt das Rauhnacht Ritualset mit Tongefäß, Sand, Kohle und vier Räucherungen. Zu den Jahreskreisfesten gehören die Rauhnächte nicht als eigenes Fest, sie schließen sich an die Sonnenwende an.
Im Laden hören wir oft, dass jemand mit den Festen im Jahreslauf anfangen möchte. Die meisten beginnen mit einem oder zwei, häufig mit der Wintersonnenwende und Samhain. Und wer zugleich Weihnachten feiert, muss nichts trennen: Weihnachten liegt an der Wintersonnenwende, und viele unserer Kunden feiern beides.
Häufige Fragen zur Wintersonnenwende
Welches Datum hat die Wintersonnenwende 2026?
Den 21. Dezember 2026, einen Montag, genau um 21:50 Uhr. 2027 folgt sie am 22. Dezember um 03:42 Uhr.
Ab wann werden die Tage wieder länger?
Ab dem 22. Dezember, zuerst nur um wenige Sekunden am Tag. Abends merkst du es früher: In Düsseldorf geht die Sonne schon ab dem 12. Dezember wieder etwas später unter, morgens geht sie bis zum 30. Dezember noch später auf.
Ist die Wintersonnenwende am 21. oder am 22. Dezember?
Beides kommt vor. Weil ein Sonnenjahr etwas länger ist als 365 Tage, wandert der Zeitpunkt jedes Jahr um einige Stunden weiter.
Was ist der Unterschied zwischen Jul und Yule?
Jul ist das alte Mittwinterfest des Nordens, bezeugt seit der Spätantike. Yule ist der englische Name dafür und heute der Name der Wintersonnenwende im Jahresrad mit acht Festen.
Womit räuchert man zur Wintersonnenwende?
Mit Harzen und Nadeln aus dem Winterwald, Fichtenharz, Wacholder und Mistel, dazu Weihrauch. In unserer Räucherung Wintersonnenwende stecken Fichtennadeln, Mistel, Quendel und Kiefernharz.
Gehört die Wintersonnenwende zu den Rauhnächten?
Sie liegt kurz davor. Wer ab der Thomasnacht zählt, beginnt die Rauhnächte schon an der Sonnenwende; in unserem Ratgeber beginnen sie an Heiligabend.
Quellen: timeanddate.de, Jahreszeiten 2026 und Sonnenzeiten Düsseldorf · Beda Venerabilis, De temporum ratione · Snorri Sturluson, Heimskringla · Store norske leksikon, Artikel Tomasmesse und Lussi · Wikipedia, Artikel Julfest und Thomasnacht (abgerufen September 2026) · Beratung in unserem Laden am Glockhammer in Neuss
Stand: September 2026 · Brenda Dahmen, Spirit of Gaia, Neuss
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